Mädchen und Technik - ein Widerspruch?

In Österreich gibt es knapp 300 verschiedene Lehrberufe. Trotzdem wählen 70 Prozent der Mädchen noch immer unter den gleichen zehn: Einzelhandelskauffrau, Bürokauffrau, Friseurin, Köchin... Diese traditionellen „Frauenberufe“ sind meist schlechter entlohnt.
Um ihren Schülerinnen ein umfassendes Wissen im Bereich der technischen Berufswelt zu ermöglichen besuchten die Lehrerinnen Ilse Schartlmüller und Judith Gruber mit den Mädchen der 4. Klassen der Musik-Hauptschule die Techniktage am AMS in Gänserndorf. Mädchen ab 13 Jahren können bei der Technik-Rallye in den BerufsInfoZentren des AMS ihre technischen Fähigkeiten testen. Die Technik-Rallye dauert ca. drei Stunden und umfasst drei Stationen aus den Bereichen Metallverarbeitung, Holzbearbeitung und Kunststoffbearbeitung.

Frauen und Technik – diese Kombination ist mit einer Reihe von Vorurteilen behaftet. Vorurteile, die sich leicht entkräften lassen:

„Ein handwerklicher Beruf ist für Mädchen körperlich viel zu anstrengend!“
Durch den Einsatz technischer Hilfsmittel in den Werkstätten gibt es nur noch sehr wenige „Männerberufe“, für die überdurchschnittliche Kraft und körperliche Belastbarkeit Voraussetzung sind. Daneben gibt es eine Reihe „typischer Frauenberufe“ wie etwa Kellnerin oder Krankenschwester, die ebenfalls enorme Anforderungen an Fitness und Körperkraft stellen.
Im Endeffekt zeigt es die Praxis, ob ein Lehrling den Belastungen gewachsen ist, egal ob Mädchen oder Bursch.

„Mädchen haben kein technisches Talent“
Talent ist zwar angeboren, hat aber kein Geschlecht. Genauso wie es Burschen gibt, die mit „zwei linken Händen“ durch´s Leben gehen, gibt es unter den Mädchen ausgesprochene handwerkliche Talente.

„Ein Mädchen im Betrieb – das bringt nur Probleme!“
Firmen, die bereits Erfahrungen mit weiblichen Lehrlingen gemacht haben, berichten fast nur über positive Erfahrungen. Was heute noch mit einem gewissen Misstrauen angesehen wird, wird schon bald ganz alltäglich sein: Es geht nur darum, den Anfang zu machen!